Shetland Sheepdog Farbvererbung
Ratgeber • Genetik & Farben

Shetland Sheepdog Farbvererbung

Warum hat ein sable-farbener Vater tricolourfarbene Kinder? Und wie entsteht das faszinierende Silber des Blue Merle? Die Farbvererbung beim Sheltie folgt logischen Regeln, die für Züchter und Genetik-Fans ein spannendes Puzzle bilden.

A-Lokus (Agouti)

Verantwortlich für Sable und Tricolour. Sable ist dominant über Tricolour.

M-Lokus (Merle)

Ein Verdünnungsfaktor, der Tricolour zu Blue Merle und Sable zu Sable Merle macht.

S-Lokus (Spotting)

Bestimmt die weißen Abzeichen (Kragen, Blesse, Pfoten).

Dominanz und Rezessivität

Das wichtigste Prinzip: Dunkle Farben oder Muster können hellere verdeckt tragen. Ein reinerbiges Sable (Homzygot) wird immer Sable-Welpen zeugen. Ein mischerbiges Sable hingegen kann – wenn der Partner ebenfalls das Gen trägt – Tricolour-Nachkommen hervorbringen.

Sheltie Farb-Kombinationen

  • Sable x Sable Sable (evtl. Tri-Faktor)
  • Tricolour x Tricolour 100% Tricolour
  • Tricolour x Blue Merle 50% Tricolour, 50% Blue Merle
  • Sable x Blue Merle Sable, Sable Merle, Tri, Blue Merle

Das Merle-Phänomen

Das Merle-Gen ist kein Farbauftrag, sondern ein Entfärber. Es „frisst“ Pigmentflecken aus dem schwarzen (Tricolour) oder braunen (Sable) Fell heraus. In der Zucht muss Merle mit höchster Vorsicht behandelt werden, um die oben beschriebene Double-Merle-Blindheit zu vermeiden.

Weiße Abzeichen (Irish Spotting)

Die weißen Markierungen am Kragen und an den Beinen folgen einer anderen Logik. Man nennt sie oft „Irish Spotting“. Fast alle Shelties tragen die Gene für einen weißen Kragen, die Ausprägung variiert jedoch stark und ist züchterisch schwer auf den Millimeter genau zu steuern.

Wissenschaft im Showring

Die Genetik der Sheltie-Farben ist ein Meisterwerk der Natur. Während die Optik uns begeistert, ist es die tiefe Kenntnis dieser Vererbungslinien, die es Züchtern ermöglicht, die ästhetische Vielfalt der Rasse bei maximaler Gesundheit zu erhalten.