Die Geschichte des Shelties
Vorgeschichte: 12.000 v. Chr.
Der Hund ist das älteste bekannte Haustier, in Mitteleuropa wurde er etwa um 12.000 v. Chr. domestiziert. Eine Rassebestimmung anhand von Funden ist schwierig, die Knochenfunde deuten auf Hunde hin, die den Laufhunden entsprechen. Sie gehen wahrscheinlich auf den europäischen Urhund, den sogenannten Torfspitz zurück.
150 v. Chr.
Marcus P. Cato schrieb in 'de Rustica' über schwere Wach- und Schutzhunde – die römischen Molosser.
55 v. Chr.
Die römische Invasion brachte leichte Hüte- und Treibhundrassen nach Britannien, die Vorfahren der heutigen Sennenhunde.
Die Wikinger & der "Toonie Dog" (ca. 800 n. Chr.)
Im neunten Jahrhundert besetzten die Wikinger die Shetlandinseln. Sie brachten ihre eigenen robusten, Spitz-ähnlichen Nordlandhunde mit. Diese vermischten sich mit den einheimischen Hunden der Inselbewohner.
Auf den winzigen "Toons" (kleinen Farmen) der Shetlands entstand so ein extrem vielseitiger, kleiner Arbeitshofhund. Er musste nicht nur Schafe hüten, sondern auch Haus und Hof vor Vögeln und fremden Tieren schützen. Da die Vegetation karg und der Platz begrenzt war, waren kleine, genügsame Hunde von Vorteil.
"Der Name 'Sheltie' leitet sich direkt von der Heimat der Rasse ab, den Shetlandinseln, die für ihre Miniaturformen bekannt sind – man denke an das Shetlandpony oder die Shetland-Schafe."
1909: Die Geburtsstunde des Clubs
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts begannen Züchter in Lerwick auf den Shetlands, die Rasse zu standardisieren. 1909 wurde der "Shetland Collie Club" gegründet. Es gab jedoch Widerstand von Collie-Züchtern, die den Namen "Collie" für ihre größeren Hunde beanspruchten.
Nach diplomatischen Verhandlungen einigte man sich schließlich auf den Namen "Shetland Sheepdog". Der Kennel Club (England) erkannte die Rasse 1914 offiziell an. Zu dieser Zeit wurden vermehrt kleine Langhaar-Collies eingekreuzt, um dem Sheltie sein heutiges, elegantes Aussehen zu verleihen.
Vom Farmerhund zum Rassehund
Die Transformation des Shelties war geprägt durch die Einkreuzung von kleinen Spitzen, King Charles Spaniels und schließlich Langhaar-Collies. Ziel war es, die Robustheit des "Toonie Dogs" mit der Eleganz des Collies in einem kleineren Format zu vereinen.
Heute ist der Sheltie weltweit für sein wunderschönes Haarkleid und seinen wachen Ausdruck bekannt. Er hat sich von den kargen Farmen Shetlands in die Herzen von Millionen Menschen gearbeitet, ohne seine ursprüngliche Wachsamkeit und Intelligenz zu verlieren.
- 1914: Offizielle Anerkennung durch den Kennel Club
- 1950er: Der Sheltie wird als Begleithund weltweit populär
- Heute: Eine der beliebtesten Rassen für Agility und Hundsport
Warum wir ihn lieben
Der Sheltie ist ein Paradebeispiel für gelungene Zuchtgeschichte. Er vereint die Arbeitsmoral eines Hütehundes mit der Anpassungsfähigkeit eines Begleithundes. Sein Wesen ist geprägt von einer tiefen Bindung zu seiner Familie.
Er ist kein kleiner Shetland Sheepdog, sondern eine eigenständige Persönlichkeit mit einer ganz eigenen Geschichte, die ihren Anfang im hohen Norden Schottlands nahm.
Farben & Genetik: Die bunte Pracht
Der Sheltie besticht durch eine außergewöhnliche Vielfalt an Farben. Die Zucht hat über Jahrzehnte hinweg wunderschöne Varianten hervorgebracht, die alle im Standard anerkannt sind.
Besonders charakteristisch ist die Mähne beim Rüden und das dichte Unterhaar. Die Merle-Genetik spielt auch beim Sheltie eine große Rolle und erfordert wie bei allen Hütehunden eine verantwortungsvolle Planung der Verpaarungen.
Der moderne Sheltie
Heute ist der Sheltie weit mehr als nur ein verkleinerter Collie. Er ist ein eigenständiger, intelligenter und sensibler Begleiter, der in vielen Bereichen glänzt.
Ob im Hundesport, als Therapiebegleithund oder als aufmerksamer Familienhund – der Sheltie bringt Freude und Leben in jedes Zuhause. Seine Geschichte ist eine Erfolgsgeschichte der Anpassung und der engen Freundschaft zwischen Mensch und Hund.