Collie-Eye-Anomaly beim Sheltie
Ratgeber • Gesundheit

Collie-Eye-Anomaly beim Sheltie

Die Collie Eye Anomaly (CEA) ist eine angeborene, erbliche Fehlbildung der Aderhaut und Netzhaut. Da sie speziell bei Britischen Hütehunden vorkommt, ist sie für Sheltie-Halter ein zentrales Thema der Gesundheitsvorsorge. Anders als andere Augenerkrankungen verändert sich die CEA im Laufe des Lebens meist nicht.

Wichtig für Welpenkäufer

Die sicherste Diagnose erfolgt durch eine DOK-Augenuntersuchung in der 6. bis 8. Lebenswoche. Zu diesem Zeitpunkt können Fachärzte die Netzhaut am besten beurteilen („Go-Normal“ Phänomen beachten!).

Die verschiedenen Grade der CEA

CEA ist nicht gleich CEA. Die Ausprägung reicht von völlig harmlos bis hin zur Erblindung:

Grade 1: CRH (Chorioretinale Hypoplasie)

Die mildeste Form. Es fehlen lediglich Pigmente in der Aderhaut. Der Hund sieht völlig normal und ist im Alltag nicht eingeschränkt.

Grade 2: Colobom

Eine Ausbuchtung am Sehnervenkopf. Je nach Größe kann das Sichtfeld leicht eingeschränkt sein.

Grade 3 & 4: Ablatio / Blutung

Schwere Formen mit Netzhautablösung oder Einblutungen. Diese können zur Erblindung des betroffenen Auges führen.

Genetik und Zucht

CEA wird autosomal-rezessiv vererbt. Dank moderner Gentests können Züchter heute genau bestimmen, ob ein Hund frei, Träger oder betroffen ist. Dies ermöglicht es, die Krankheit gezielt aus der Zucht zu verdrängen, ohne wertvolle Linien komplett aufgeben zu müssen.

Gentest-Status

  • Genotyp N/N: Genetisch frei.
  • Genotyp N/CEA: Träger (sieht normal).
  • Genotyp CEA/CEA: Genetisch betroffen.
"Ein CEA/CEA getesteter Hund kann klinisch 'frei' sein, wird den Defekt aber immer an seine Nachkommen weitergeben."

Fazit für Sheltie-Freunde

Die meisten Shelties mit CEA haben lediglich die milde CRH-Form und führen ein völlig normales Leben. Dennoch sollte jeder Züchter seine Welpen vor der Abgabe klinisch untersuchen lassen, um Gewissheit über den Status zu haben. Augen-Gesundheit ist ein hohes Gut!